Der Spielverlauf beim Schafkopf

Bevor das Spiel beginnt, wird der erste Geber bestimmt. In den meisten Fällen geschieht dies durch das Ziehen der höchsten Karte aus dem Kartenstapel.

Der Geber mischt die Karten gut und lässt den Spieler, der rechts neben ihm sitzt, abheben. Anschließend gibt er dann dem Uhrzeigersinn nach zweimal je vier Karten aus. Er beginnt mit dem Spieler links von ihm (Vorhand), der auch das Spiel eröffnet. Der Geber wechselt nach jedem Spiel im Uhrzeigersinn, wobei vier Spiele eine Runde ergeben.

Beim Abheben ist folgendes zu beachten: es sollten mindestens drei Karten abgehoben werden und liegen bleiben. Unter Rücksichtnahme auf diese Regel darf man bis zu dreimal abheben. Anstatt abzuheben darf man auch klopfen, wobei hier der Spieler, der abzuheben hat, den Geber anweisen darf, dass er die Karten anders als üblich verteilt, z.B. alle acht auf einmal, statt 2 mal 4, entgegen dem Uhrzeigersinn, oder ähnliches.

Nach dem Geben und vor dem eigentlichen Spiel erfolgt die Spielansage. Dadurch wird bestimmt, wer Spieler ist und welche Spielvariante gewählt wird. Dem Ausspieler wird als erstes die Möglichkeit gegeben, das Spiel anzusagen oder ggf. zu passen. Anschließend wechselt die Möglichkeit zur Spielansage im Uhrzeigersinn, bis am Ende der Geber an der Reihe ist.

Wurde ein Spiel angekündigt, steht den anderen Mitspielern die Möglichkeit zur Verfügung ein höherwertiges Spiel anzusagen (Solo, Wenz, u.a.), um dann so das Spiel zu übernehmen. Nun kann der erste Spieler daraufhin seinerseits ein höherwertiges Spiel ankündigen, damit es wieder an ihn fällt. Sind die angekündigten Spiele gleichwertig, entscheidet die Sitzordnung.

Eine Spielansage kann nicht widerrufen werden und darf erst erfolgen, wenn sich alle Spieler erklärt haben. Haben alle vier Spieler „weiter“ gesagt und hat somit keiner von ihnen Interesse an einem Spiel, so wird zusammen geworfen und ein neues Spiel vom nächsten Geber ausgegeben.

Sollte eine Karte auf dem Tisch liegen oder ein Mitspieler bereits das Kartenbild erkannt haben, so darf diese Karte nicht mehr zurückgenommen werden. In der Regel wird dann ein „Bockspiel“ gespielt, was heißt, dass die Werte verdoppelt werden.

Ist das Spiel dann angesagt, spielt der eröffnende Spieler die erste Karte an. Gewöhnlich spielt man Trumpf, als Gegenspieler jedoch nicht. Daraufhin geben die Mitspieler im Uhrzeigersinn nacheinander Karten zu, so dass bald vier Karten auf dem Tisch liegen. Nun entscheidet sich wem der Stich gehört und der Gewinner nimmt die Karten an sich. Er spielt die nächste Karte an und so geht das fort bis alle 32 Karten gespielt sind.

Je nach Art der jeweils angespielten Karte wird zwischen Farb- und Trumpfstichen unterschieden. Um einen Stich zu erlangen, muss entweder ein höherwertiges Bild in der selben Farbe oder ein Trumpf zugegeben werden. Befindet sich bereits ein Trumpf in dem Stich, ist es nur möglich, diesen mit einem höheren Trumpf zu stechen. Beachten Sie hierbei, dass beim Schafkopf Bedienpflicht besteht. Das heißt, dass beim Anspielen einer Farbe alle Spieler Karten derselben Farbe zugeben müssen. Wird ein Trumpf angespielt, muss entsprechend ein Trumpf zugegeben werden. Besitzt einer der Spieler die angespielte Farbe nicht, so besteht für ihn die Möglichkeit entweder mit einem Trumpf zu stechen oder eine Farbkarte seiner Wahl abzuwerfen.

Beim Schafkopf sind außerdem bestimmte Verhaltensregeln zu beachten:

Jede Gestik, Äußerung oder Bemerkung, die Informationen für andere Spieler enthält und damit einen Mitspieler zu einer bestimmten Spielweise auffordern, sind nicht zulässig. Die Folge ist ein Spielabbruch. Ebenso sind beleidigende Äußerungen zu unterlassen, da beim Schafkopf als oberstes Gebot Fairness und Sportlichkeit zählt. Außerdem ist lautes Zählen verboten und die Karten sind so zu halten, dass für keinen anderen Spieler die Möglichkeit gegeben ist, die Kartenbilder zu erkennen. Im Gegenzug ist es ebenfalls nicht erlaubt einem anderen in die Karten zu schauen.

Mittlerweile gibt es auch viele Möglichkeiten Schafkopf im Internet zu spielen. So genannte Browsergames können online im Browser gespielt werden.

 

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