Die Spielwerte und die Spielabrechnung

Sobald das Spiel beendet ist werden die Punkte ausgezählt und gewertet. Es zahlen bei Partnerspielen die beiden Verlierer an die Gewinner jeweils denselben Betrag. Bei Soli zahlt der Solospieler seinen Verlust an die drei Mitspieler oder erhält ggf. seinen Gewinn von ihnen. Von den Gewinnern ist der korrekte Betrag der Spielabrechnung zu verlangen bevor wieder für das nächste Spiel abgehoben wird. Ist zu viel verlangt worden, so kann, streng gesehen, gemäß den Regeln der Differenzbetrag von den Verlierern doppelt zurück verlangt werden.

Da Schafkopf kein Glücksspiel gemäß § 284 StGB darstellt, darf deshalb um Geld gespielt werden. Der Tarif ist vor Spielbeginn gemeinsam zu vereinbaren.

Gewöhnlich vereinbart man einen Grundtarif, der die Basis für alle weiteren Berechnungen (Schwarz/Schneider, Laufende) bildet. Für Solo besteht ein Sondertarif, der vom Basistarif durchaus abweichen kann und sich in den meisten Fällen nach einer bequemen Rechen- und Münzgröße richtet. So wird z.B. ein Tarif mit 5 Cent als Basistarif und mit 20 Cent als Tarif für das Solo als 5/20 bezeichnet. In Freizeit- und Stammtischrunden sind die Tarife 5/20, 10/20 oder 10/50 am häufigsten zu finden. Nach Oben sind keine Grenzen gesetzt.

Es entspricht nicht ganz den Regeln, ist jedoch oftmals üblich, dass für ein Rufspiel Sondertarife vereinbart werden. Normalerweise liegen diese dann zwischen dem Grundtarif und Solo. Gewöhnlich werden hierfür die Tarife 5/10/20 und 10/20/50 vereinbart.

Ist das Spiel beendet und eine Partei wird Schneider, so erhöht sich der Spielwert einmal um den Grundtarif und bei Schwarz ein weiteres Mal. Hierbei spielt es für die Ermittlung des Tarifes keine Rolle, ob die Spieler- oder die Nichtspieler-Partei gewonnen hat. Schneider ist hierbei eine Ehrensache und wird freiwillig bezahlt. Schwarz hingegen muss der Gewinner einfordern.

Ist eine bestimmte Anzahl der höchsten Trümpfe in ununterbrochener Reihenfolge (meistens mindestens drei, bei einem Wenz oder ähnlichen Spielen hin und wieder auch zwei) bei einer der beiden Parteien vorhanden, so nennt man dies 3 (4, 5 usw.) Laufende. Je nachdem was vereinbart wurde, kann jeder Laufende den Spielwert erhöhen. So kommen die Laufenden noch zu dem Basispreis hinzu. Es ist üblich, dass die Laufenden jeweils mit dem Grundtarif berechnet werden. Kommen höhere Tarife in Betracht, so ist es auch möglich, mit dem halben Grundtarif abzurechnen.

Bei bestimmten Spielvarianten wie bei der Hochzeit, wird eine Verdoppelung des Tarifes angewandt. Bei Tout vervierfacht und beim Sie verachtfacht er sich sogar.

Nach der Aufnahme der ersten vier Spielkarten (beim Geber die letzten vier Karten) können die Spieler, dem Uhrzeigersinn nach, legen, steigern oder aufstellen.. Das bedeutet, dass sich hierbei der Spielwert verdoppelt. Es ist üblich, dass dies durch das Herauslegen einer Münze geschieht.

Je nach Vereinbarung ist es möglich, dass ein Mitglied der Nichtspieler-Partei vor oder während dem Anspielen ein Kontra gibt. Hierdurch wird ebenfalls der Spielwert verdoppelt.

Nicht regelkonform, in der Praxis jedoch oftmals üblich, ist die Übernahme des Spiels durch die Nichtspieler-Partei, die dann 61 Augen zum Sieg benötigt.

Ein Kontra kann durch den Spieler oder dessen Partner mit einem Gegenstoß (Retoure) erwidert werden. Hierdurch verdoppelt sich dann der Wert des Spiels noch einmal, was man wiederum ebenfalls mit weiteren Verdoppelungen beantworten kann.

Unter Bockspielen oder -runden sind Spiele zu verstehen, in denen der doppelte Tarif zählt, was zum Beispiel u.a. durch verlorene Soli oder Kontra-Spielen, nach Schwarz-Spielen oder auch nach dem Zusammenwerfen veranlasst werden kann.

Ein besonderer Tarif wird für den Bettel (Nullspiel) festgelegt. Als Berechnungsgrundlage wird hier zum einen Teil der Grundtarif (Solo) und zum anderen Teil ein eigener Tarif vereinbart. Bei einem Ramsch gibt es keine festen Regeln. In dieser Variante zahlt entweder der Verlierer den Grundtarif oder einen ausgemachten Tarif an alle Spieler.

Bei zusammengeworfenen Spielen wird in den Stock/Pott immer ein Grundbetrag einbezahlt. Durch ein zuvor vereinbartes und für die Spielerpartei gewonnenes Spiel, kann der Spieler den Stock gewinnen. Wird dieses Spiel nicht gewonnen so hat der Spieler/Spielerpartei den Inhalt des Stocks zu verdoppeln.

Bei Schafkopfturnieren wird hin und wieder eine besondere Variante des Stocks, das so genannte Reuegeld angewandt.

In einigen verschiedenen Regionen wird der Stock nicht mit Geld sondern mit Legern gefüllt und wird in diesen Fällen auch „Boigal“ genannt. Jeder Leger hat dabei eine Tarifverdoppelung des nächsten Spiels zur Folge. Damit die Preise nicht so extrem ansteigen, ist es üblich, dass man vereinbart, den Stock langsam zu verringern. Hat sich z.B. dreimal nacheinander kein Spieler gefunden, so liegen nun drei Leger in dem Stock. Je nachdem was vereinbart wurde, kostet dann das nächste Spiel z.B. den achtfachen Betrag oder die folgenden drei Spiele das Doppelte.

 

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